FACHPRAXIS für medizinische HYPNOSE, PSYCHOTHERAPIE und COACHING
FACHPRAXIS für medizinische HYPNOSE,                           PSYCHOTHERAPIE und COACHING 

REINKARNATION                   

 

Zwischen mystischer Faszination

                                         und bewusstseinserweiternder Erkenntnisse

 

 

 

 

 

Reinkarnation ist die Lehre von der Wiedergeburt und Karma (Karma = Wirkung/Tat, die Folgen meiner Handlungen aus welchem Leben auch immer).

 

Sie ist eine Sonderform der Hypnose und unterstellt Zusammenhänge mit unseren Vorleben insofern, dass Einflüsse aus vergangenen Leben auf unser jetziges Dasein wirken und die Grundlage entsprechender Störungen sein können, sowohl körperlich als auch seelisch.

 

Mit der Reinkarnation setze ich mich sehr intensiv auseinander, sie fasziniert mich und hindert mich persönlich daran meine Gedanken, Gefühle und Erlebnisse in irgendwelche „Schubladen“ zu stopfen.

Durch sie habe ich gelernt nicht mehr zu be-oder zu verurteilen. Es geht darum alle Möglichkeiten zu erkennen und zu begreifen - im weitesten Sinne.

 

Allerdings führe ich eine Reinkarnationstherapie auch erst dann durch,

wenn mein Klient seelisch stabil ist.

 

 

 

Seit es den Menschen mit seinem Bewusstsein gibt ist er auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, - auf der Suche nach Erklärungen für die Ewigkeit des Seins.

Dennoch gelingt es uns kaum den ganzen Sinn unseres Lebens zu erfassen, denn das Bewusstsein „erkennt“ immer auch aus der augenblicklichen Sichtweise und Situation heraus, und der Sinn unseres Lebens kann sich durchaus mit einer neuen Lebenssituation verändern.

 

Einen roten Faden können wir jedoch erkennen, indem wir uns die Mühe machen unsere bisherige Lebensgeschichte anzusehen. Eine Reihe von Schlüsselerlebnissen und Erfahrungen tragen zu unserer gegenwärtigen Lebenssituation bei.

 

Viele Ängste, Konflikte, Zwänge und Fehlverhalten unterschiedlichster Art haben mit Prägungen in unserem heutigen Leben zu tun. Grund genug, negative Prägungen und Suggestionen aufzuarbeiten.

 

Aus zurückliegenden Leben können starke Hemmungen, Widerstände, Blockaden, unbewusste Schuldgefühle bis hin zu Flüchen und Verwünschungen durch andere in unser heutiges Handeln und Denken einwirken, so dass wir uns nicht frei entfalten können und dem Sinn unseres Daseins möglicherweise nie begegnen werden.

 

Mit Bestimmtheit lässt sich sagen, dass wir mit unserem menschlichen Verstand die großen Wahrheiten - die Antworten auf den Sinn und das Sein, wenn überhaupt nur bruchstückhaft begreifen können und dass wir möglicherweise alle unsere Erkenntnisse eines Tages wieder austauschen werden gegen noch höheres Erkennen.

 

 

Reinkarnation und Christentum – passt das?

 

Reinkarnation ist keine Erfindung der Gegenwart. Auch stammt sie nicht allein aus dem indisch – tibetanischen Raum.

Zu Zeiten Jesus von Nazareth und in den darauffolgenden Jahrhunderten war sie bereits bekannt.

Auch wurde der Reinkarnationsgedanke von den Pythagoräern, den Orphikern, den Platonikern, den Essenern, den Pharisäern und anderen philosophischen und religiösen Gruppen vertreten.

 

Nach dem heiligen Hieronymus (340–420 n.Chr.) erhielt die Reinkarnation eine esoterische Deutung, die an eine ausgewählte Elite weitergegeben wurde.

Der berühmteste christliche Denker, der über die Vorexistenz von Seelen und Weltzyklen spekulierte war Origines (186-253 n. Chr.), einer der größten Kirchenväter aller Zeiten.

Er vertrat die Ansicht, dass bestimmte Stellen in der Heiligen Schrift nur mit Hilfe der Wiederverkörperung erklärt werden könnten.

Seine Lehren wurden vom zweiten Konzil von Konstantinopel welches 553 n.Chr. stattfand, verbrannt und für ketzerisch erklärt.

 

Im Mittelalter wurde die christliche Kirche wieder mit dem Gedanken der Reinkarnation konfrontiert. In Südfrankreich waren religiöse Bewegungen entstanden, die Katharer und die Waldenser.

Der Kampf gegen deren Ideen ist der Hauptgrund dafür, dass der Dominikanerorden entstand.

Um 1203 kam Dominicus mit dem Gedankengut der Katharer in Berührung welches sich in den davorliegenden Jahrzehnten rasch in Südfrankreich und Oberitalien ausgebreitet hatte und schon bis Flandern und in das Rheinland gedrungen war.

 

Der seit 1198 n.Chr. regierende Papst Innozenz III. erließ 1199 n.Chr. einen Erlass zur Bekämpfung der Katharer und Waldenser. Der Erfolg dieses Vorgehens war jedoch gering und führte zu einem grausamen Religionskrieg.

 

Der Gedanke der Reinkarnation wuchs in der Zeit der Aufklärung wieder deutlich. Große Geister wie Lessing und Goethe, waren davon überzeugt, dass es nicht nur ein einmaliges Erdenleben gäbe, sondern viele Existenzen nötig seien, um zu seiner Vollendung zu kommen.

In unserem Kulturkreis gehören ebenso dazu: Plato, Hölderlin, Nietzsche und Steiner.

 

 

In den letzten zehn bis fünfzehn Jahren zeigt sich, dass die christlichen Kirchen in eine Wandlungsphase gekommen sind, in der sie sich theologisch mit dem Thema der Reinkarnation auseinandersetzen.

 

 

 

Reinkarnation – gibt es das überhaupt?

 

Alles nur Suggestion?

 

Voraussetzung für eine therapeutisch positive Reinkarnation ist ein fundiert ausgebildeter Therapeut, damit Übertragungsfehler und suggestive Fragen weitest möglich vermieden werden. 

 

Vergangene Leben stellen sich häufig spontan bei vertiefter Hypnose ein. Diese übertreffen oft bei weitem die Erwartungen des Klienten und manchmal auch des Therapeuten.

 

Auch im alltäglichen Leben  stellen sich immer mal wied Rückführungsbilder in Form von Träumen Visionen und Déjà-vu Erlebnissen ein.

 

Was ebenfalls gegen die Suggestion sprechen könnte ist die Tatsache, dass teilweise geschilderte geschichtliche Gegebenheiten das Wissen des Therapeuten und auch des Klienten bei weitem übersteigen.

 

 

Wunschgedanke des Klienten?

 

Für die meisten Menschen ist der Gedanke nach dem Tod weiter zu leben ein sehr tröstlicher Gedanke. Meist entspricht es auch unserem Gerechtigkeitssinn, dass Gutes belohnt und Böses  bestraft wird.

Dies gibt uns die Sicherheit, dass jemand der stärker, größer und weiser ist als wir, uns trägt und uns hält. All dies finden wir in archaischen (ursprünglichen) Sehnsüchten und Ängsten. Würde uns da nicht der Gedanke der Reinkarnation entgegenkommen?

 

Müssten wir nicht gerade mit der ganzen Macht unserer Gedanken Reinkarnationen herbei sehnen um uns selbst vom Weiterleben zu überzeugen?

 

Wunschvorstellung ?   Wohl kaum...

.

Auch ist die Qualität der Erlebnisse von einer ganz anderen Intensität. In Wunschvor-stellungen kann ich mich hineinfühlen. In Wachträumen spiele ich eine Rolle mit der ich mich im positiven Fall vollkommen identifizieren kann.

 

„Erlebe“ ich aber ein vergangenes Leben, so fühle ich mich eins mit den Bildern. Sie gehören zu MIR.

 

Nun könnte man sagen, dass dies eher einer Art Identifikation entspricht, die uns so fühlen lässt. Manchmal denken, fühlen oder handeln wir ja als wären wir andere, wenn wir z.B. einen mitreißenden Film erleben.

Die Identifikationen mit Helden, Reichen, Schönen und Mutigen lösen für eine gewisse Dauer ein wundervolles Gefühl in uns aus.   

Wer sich mit solch strahlenden Figuren gleichsetzt, hat Anteil an deren Macht und Stärke  und verringert dadurch die eigene Angst.

Unerreichbare Eigenschaften werden so innerlich erlebt.

Ebenso in den Träumen, gleich ob Nacht – oder Tagtraum. Meist ist der Träumende der Held, der Sieger, die Schöne oder der Redegewandte.

 

Wäre es dann nicht unausweichlich dass Reinkarnationen überwiegend auf solche bedeutende Identifikationen zurückgehen müssten?

Tatsächlich kommen aber bei Reinkarnationen durchschnittliche, unscheinbare, ja

bemitleidenswerte Leben zum Vorschein.

 

Zudem findet man beim selben Klienten eine Reihe vollkommen unterschiedlich gelagerter Leben und auch häufig wechselnd in Opfer - und Täterrollen mit denen man sich im heutigen Leben ganz und gar nicht identifizieren möchte.

 

 

 

Ein faszinierendes BEISPIEL aus meiner Praxis

 

Dieses Beispiel habe ich bewusst ausführlich beschrieben, damit ihr einen richtigen Einblick bekommt.

Selbstverständlich erfolgte vor der Reinkarnation die Analyse in Hypnose.

Falls euch die Zusammenfassung interessiert habe ich sie untern in Kursivschrift mit aufgeführt.

Wem das zu viel ist, scrollt einfach weiter zur Reinkarnation.

 

Klar, dass ich persönliches der Klientin verändert habe.

Sie hat der Veröffentlichung zugestimmt.

 

 

 

CHRONISCHE BLASENENTZÜNDUNG

 

 

November 2015

Eine junge Frau meldet sich am Telefon. Sie erklärt, dass sie seit Jahren unter chronischer Blasenentzündung leidet, und sie dadurch partnerschaftliche sexuelle Probleme massiver Art hat.

Sie war bei verschiedenen Ärzten (Internisten, Urologen) die ihr nicht weiterhelfen konnten.

 

Wir vereinbarten einen Termin in der darauffolgenden Woche.

 

Der verbale Eindruck am Telefon bestätigt sich. Vor mir sitzt eine freundliche, selbstbewusste junge Frau, die mit klarer, allerdings etwas schneller und hektischer Stimme spricht.

 

Bei unserem Erstgespräch berichtet sie dass sie bereits eine sechs jährige Gesprächs – und Verhaltenstherapie hinter sich hatte

Laut ihrer Aussage hatte sie das Gefühl dass es nicht „tief genug“ ging. Zudem brachte ihr die Therapie für ihr eigentliches Problem „nichts“.

 

 

Zunächst erzählt sie dass alles „ganz normal“ in ihrer Familie gelaufen ist. Erst durch gezieltes Fragen, wie: genauer Zeitpunkt der Blasenentzündung, Konflikte, Ängste, die Frage nach der Beziehung zu den Elternteilen und der Schwester, lassen nach und nach die persönliche Situation der Klientin deutlicher erscheinen.

 

Seit Jahren litt sie „immer mal wieder“ unter Blasenentzündungen. Diese wurden erst chronisch, als sie mit ihrem jetzigen Freund, den sie vor ca. vier Jahren kennenlernte, zusammen kam. Daraus entstanden auch sehr bald massivste sexuelle Probleme.

Ihr Freund drohte ihr in unbestimmten Abständen, immer wieder mit Trennung, welches sie unendlich verletzte.  

Bei den vorangegangenen beiden Freunden hatte sie selten Blasenentzündung und die sexuellen Beziehungen waren gut.

 

Spontan schildert sie nun, dass sie unter den Eltern doch sehr gelitten hat. Mit 16 Jahren ist der Streit, hauptsächlich wegen des Vaters eskaliert. Sie kam für  fast drei Monate in die Psychiatrie.  Einige Monate später begab sie sich in psychotherapeutische Behandlung, um „Durchzuhalten“.

Immer wieder brach sie wichtige Lebensphasen ab, wie: Schulausbildung (wobei sie später das Abitur mit „Ach und Krach“ nachmachte), Medizinstudium, und  Beziehungen.

 

Das Ergebnis der sechs jährigen Therapie war für sie ein stabileres Berufsleben, nachdem sie erfolgreich die Ausbildung zur Logopädin absolvieren konnte.

 

Ihre erste schlimme Kindheitserinnerung erfuhr sie, als sie 4 Jahre alt war, und ihre Eltern ohne sie in Urlaub fuhren uns sie bei der Oma bleiben musste.

Sie sagt, dass sie heute noch dieses heftige Gefühl des alleine gelassen Werdens empfindet. 

 

Zwei Gedanken umkreisten immer wieder wie ein roter Ball das Erstgespräch. Das Durchhalten müssen und die Verlustangst. Beim An- und Aussprechen dieser Problematiken traten bei der Klientin immer wieder Tränen in die Augen und das Sprechen wurde noch schneller und hektischer.

 

Weitere Hypnose Sitzungen folgen.

 

Als Ergebnis dieser Sitzung ist festzuhalten, dass eine starke innere Angst verletzt zu werden besteht, wenn sie sich Menschen, ganz besonders ihrem Freund öffnet. Sie fühlt sich schutzlos und ausgeliefert alleine und zurückgewiesen. Sie empfindet einen starken Schmerz im oberen Bauchraum und schreit auf: „So allein, - so allein, --- Mama ist weg“

 

Es lag deutlich eine frühkindliche Störung vor, die in das Unbewusstsein verdrängt wurde.

 

Ausdrucksweisen, die sich während der Analyse in Hypnose (LAH)  auffallend häufig  wiederholten waren:“... tierisch gequält, ... tierisch aufgewühlt, ... verlassen...,  das ganze Vertrauen verloren, ... früher tierische Angst mit jemand zu schlafen, ... tierische Geister- und Teufelsängste.

 

 

 

Lebensgeschichtliche Analyse in Hypnose (LAH) 

 

Zur Mutter:

Die Mutter hatte eine tiefe Bindung zur eigenen Mutter. Als diese starb fühlte sich die Patientin, damals 4 Jahre, sehr vernachlässigt. Die Mutter trauerte nur noch und kümmerte sich kaum um die kleine Tochter. Erst als sie ein knappes Jahr später wieder schwanger wurde, entspannte sich die Situation etwas.

Allerdings auch nur kurz, denn als das Baby geboren wurde, beschäftigte sich die Mutter aus Sicht der Klientin nur noch mit dem Schwesterchen.

Darüber hinaus musste die Patientin auch den gewohnten Platz am Esstisch wechseln, da jetzt die Schwester neben der „Mama“ sitzen durfte.

Sie musste neben dem Vater sitzen, was ihr überhaupt nicht gefiel.

 

Die Klientin erkannte überrascht, dass sie bereits als Baby Angst vor der Mutter hatte. Immer wieder klagte sie über ein ganz plötzliches massives Angstgefühl im Bauch. 

Sie erfuhr zudem, dass sich die Eltern schon während ihrer Zeit im Mutterleib oft auf das Heftigste stritten und sich die Mutter vom Vater bedroht fühlte.

Auch später „bröckelte“ es in der Ehe häufig. Der Vater kam oft vollkommen betrunken nach hause. Zornig berichtet sie, dass stets ihre Mutter nachgegeben hat und von den Eltern als „Seelenmülleimer“ missbraucht wurde.     

 

 

Zum Vater:

Sie warf ihm vor, dass er nie zu ihr gehalten habe, sie nie unterstützte, um schwieriges „Durchzuhalten“. Stattdessen kamen immer nur Vorwürfe dass man „einen geraden Lebenslauf vorweisen müsse“.

Der Vater war nie in der Lage liebevoll mit ihr umzugehen. Schon als kleines Kind „raufte“ er mit ihr, anstatt sie in den Arm zu nehmen. „ ...der war immer so brutal, so tierisch brutal. Es war so tierisch beschissen zu Hause.(meist weint und zittert sie bei solchen Aussagen)“

 

 Er sei ein unmöglicher Despot und zudem extrem geizig. Habe für die Familie

 auf Grund seines Berufes als Politiker wenig Zeit und musste mit jedem

 „mit saufen“.

 

Als sie fast erwachsen war sagte ihr Vater sie sei eine Versagerin und „es wäre besser, ich hätte dich nie gezeugt.“

 

Dass sie bereits als Kleinkind Angst vor ihrem Vater hatte, berührte sie tief, verwunderte sie jedoch nicht, obwohl sie immer wieder um seine Liebe bettelte.

Ihr Vater habe keine Achtung vor anderen Menschen.

 

Zur Schwester:

Mit ihrer Schwester sei sie selbst schlimm umgegangen. Ständig machte sie der Schwester Angst, und übte Macht über sie aus.

Heute hat sie ein wesentlich besseres Verhältnis zu ihr.

 

Zum Freund:

       Er hatte sie anfänglich „tierisch“ gequält indem er sie immerfort sexuell unter Druck setzte

       und ihr ein massives schlechtes Gewissen aufdrängte, verlor sie nach und nach das

       Vertrauen zu ihm und konnte sich ihm dadurch auch immer weniger öffnen, um nicht wieder

       verletzt zu werden.

 

    

      Ergebnis der lebensgeschichtlichen Analyse in Hypnose

 

Die Klientin hat in der Hypnose gelernt, sich selbst besser anzunehmen und sich so zu akzeptieren wie sie ist.

Weiter noch, sie sagt: „Ich finde mich jetzt richtig klasse.“

Sie kann ihren Eltern gegenüber Verständnis aufbringen, dahingehend, dass sie ihr Leben sicherlich nicht so leben konnten wie sie es sich selbst einst gewünscht hatten. Daraus ergaben sich derartige familiäre Problemstellungen unter denen die Klientin in der Folge zu leiden hatte.

Sie versteht das Verhalten ihrer Eltern aus deren Sicht, wobei sie für sich an deren Stelle anders gehandelt hätte.

Hassgefühle zu beiden Elternteilen konnten gelöst werden, so dass die Klientin nun wesentlich freier und unabhängiger mit ihren Eltern umgehen kann.

Der Schwester gegenüber verlor sich ihr schlechtes Gewissen indem sie lange und  klärende Gespräche mit ihr führte.

Trotz aller Widrigkeiten mit ihrem Freund sind sich beide einig, dass sie ihr Leben gemeinsam verbringen wollen. Er erkannte, dass er sie nur halten kann, indem er sie loslässt und nicht mehr bedrängt.

 

Das Ergebnis der Hypnose beschreibt sie selbst wie folgt:

 

      „ Es hat mir sehr viel gebracht. Ich konnte tief in mein Leben hinein schauen und erkenne die

      zum Teil notwendigen Zusammenhänge.“

 

 „ Ich lebe jetzt in dem Bewusstsein, dass ich für mein Leben selbst verantwortlich bin und trotz aller Widrigkeiten durch meine Umwelt eine stabile und gute Basis habe.“

 

Das Blasenproblem allerdings konnten wir auf diese Art noch nicht lösen. Immer wieder gab es in Hypnose Situationen, in denen die Blase schlimmer denn je wurde.

In dieser Zeit diagnostizierte ein Urologe eine Harnleiterverengung  bei ihr und behob die Verengung durch einen kleinen Schnitt.

Der Eingriff blieb allerdings erfolglos, die Entzündung verschlimmerte sich sogar und somit auch die Schmerzen.

Sie begab sich in stationäre Behandlung in eine Klinik, in der wie sie selbst sagte eine „richtige Operation“ gemacht werden sollte.

Auch hier blieb der Eingriff insofern erfolglos, da die Patientin zwar keinerlei nachweisbare Symptome mehr zeigte, wie Entzündungszeichen oder eine Verengung der Harnröhre, aber die subjektiven Beschwerden wurden immer stärker.

 

Während der ganzen Zeit der Hypnose ergaben sich immer wieder Hinweise auf eine mögliche Rückführung.

 

Reinkarnation

 

Bei der Vertiefung der Hypnose zur Reinkarnation verwende ich  Bilder der katathym-imaginativen Psychotherapie (dies sind Bilder die vorgegeben werden wie: Wiese, Bach, Baum...) und aktiviere hierbei nacheinander alle Sinne.

Dies erfolgt auch immer individuell.

 

Die Klientin geht beispielsweise über eine imaginäre Wiese und sieht drei Wolken Tore vor sich. Über dem linken Tor steht – Eintritt in ein früheres Leben - über dem mittleren Tor steht – Eintritt in das heutige Leben -  und über dem rechten Tor steht – Eintritt in ein zukünftiges Leben

 

Danach wird die Klientin aufgefordert sich das Tor auszusuchen hinter dem sich das „Problem“ für ihr heutiges Leben befindet.

Die Klientin wählt unter diesem Aspekt eines der drei Tore aus und beschreibt und befühlt das vor ihr stehende Tor.

 

„... gehe jetzt auf das Tor zu, hinter dem sich dein heutiges Problem ... befindet.“

Die Klientin geht zum linken Tor und durchschreitet es nach meiner Aufforderung. 

 

„ Alles, deine Gefühle, deine Gedanken deine Bilder kannst du jetzt ganz leicht aussprechen, ganz frei und gelöst kannst du mir alles beschreiben was du möchtest. ... schau mal auf deine Füße... beschreibe sie mal..., wo befindest du dich, ... was hast du an?“

Diese Fragen sollen erstes Vertrauen schaffen um immer tiefer in das Unterbewusstsein hinein schauen zu können.

 

Zum ersten Mal spricht die Klientin langsam und auch etwas zögerlich. Auch der hessische Dialekt wie er in allen Gesprächen und der Hypnose da war, fehlt fast vollständig.

 

Sie beschreibt sich folgendermaßen: „ Ich bin jung, schön und ich glaube alle mögen mich. Ich stehe auf einem abgeernteten Feld. Die Landschaft ist hügelig. Schön, ...  einfach schön und frei. Ich bin glücklich hier.“

 

„ Dort weiter unten ist unser Dorf. Es ist friedlich und heimelig. Manchmal fahren wir mit unserem Gespann ins Nachbardorf und kaufen ein. Ich habe noch eine Schwester. Mein Vater ist streng aber gerecht und auch arg lieb. Meine Mama ist sanft und auch sehr lieb. Vater liest abends und am Sonntag oft aus der Bibel vor und wir Mädchen kuscheln uns dann an Mama.“

Die Klientin beschreibt eine richtige Idylle. Sie erzählt im Detail wie das Haus eingerichtet ist. Beschreibt wie Straßen und Wegen aussehen, und erkennt Freunde und Verwandte.

 

Einen jungen Mann, zu dem sie sich besonders hingezogen fühlt, er heißt Raden, beschreibt sie lächelnd und fast fröhlich.

 

Sie ist zu diesem Zeitpunkt 17 Jahre, heißt Anna und die Zeit in der sie lebt, erscheint ihr nicht wichtig zu erkennen, da sie „ja so glücklich“ ist.

 

Sie erlebt eine verliebte, unbeschwerte Zeit mit Raden.

 

Wiederum völlig unvermittelt in dieser Idylle empfindet sie eine sich langsam einschleichende Angst. Weiß aber nicht woher. Verwunderung und Ängstlichkeit machen sich breit.

 

„Ich kann es fühlen, ... oh Gott, ich kann es fühlen!“

 

Dann beschreibt sie die Ereignisse: „ Radan ist zauberhaft wie immer, aber da ist etwas mit ihm, das sehe ich so von oben. Von da unten, aus der Situation heraus, sehe ich es gar nicht. Da ist alles wie sonst auch.

Wir gehen den Berg hoch und er sagt, dass er mir ein Geheimnis zeigen will. Ich finde das sehr aufregend und ich folge ihm.

Wir laufen recht lange. Dann, erst kurz vor dem Eingang sehe ich eine Höhle. Sie ist ganz versteckt.

In der Höhle ist eine Tür.

Radan schaut mich seltsam an, - ängstlich... ich verstehe das nicht! Sofort spüre ich die Angst auch.

Ich bitte Radan umzudrehen und uns nach Hause gehen zu lassen. Doch er schüttelt ganz fest und ängstlich – mitleidig den Kopf. ER klopft an die Tür.

Als diese geöffnet wird, spüre ich meine Angst im Hals klopfen.“

 

„Ein Mann in schwarzer Mönchskleidung öffnet.

Radan zieht mich hinein und die Tür fällt schwer und bedrohlich zu.

Ich kann gar nichts sagen, gar nichts tun.

Ich bin ganz still. Aber ich zittere am ganzen Körper.

Ich kann ihn gar nicht mehr kontrollieren.

Zwei weitere Männer, die genauso angezogen sind, kommen und führen mich durch dunkle Gänge in einen Raum. In der Mitte steht ein Stein, wie ein Tisch. Sonst nichts. Keiner spricht ein Wort.“

 

Weiter:

„Dann kommen zwei Frauen auf mich zu, die sind ganz nett. Sie lächeln mich an. Ich fühle mich etwas hoffnungsvoller und frage sie, was ich hier mache? Und die eine sagt: “Du bist auserwählt!“ Und schaut mich ganz stolz an. Wozu denn? – „ Du wirst mit dem großen Fürsten vermählt.“ –  Ich verstehe gar nichts mehr... was soll das?.“  

 

Die Frauen zogen Anna ein langes weißes Gewand an und flochten ihr einen Blumenkranz ins Haar. Sie gaben ihr eine Flüssigkeit aus einer Schale zu trinken.

Sofort nachdem sie die Schale leer getrunken hatte  verspürte sie eine merkwürdige Veränderung.

„ Mir wird seltsam schwindlig, aber nicht unangenehm. Ich nehme alles um mich wahr, aber es ist nicht mehr so schlimm. Alles ist so leicht.“

 

Dann wird sie aus dem Raum geführt, durch einen langen Gang an dem rechts und links Fackeln brannten.

Irgendwann standen sie vor einer Tür, die wenig später geöffnet wurde. Sie wird aufgefordert, in den Raum zu gehen.

 

„ Ich kann gar nicht viel sehen.... ahh jetzt... der Raum wird deutlicher Raum deutlicher.... oh man...Er ist riesig....

Ganz viele Fackeln brennen.... Und um den Raum herum sitzen ganz viele Männer in diesen Kutten. Ich mag gar nicht in die Mitte sehen. ...Radan, ...Radan sitzt da, in der Mitte und wie auf einem Thron! ... Jetzt fangen die Männer an zu summen ... Unheimlich! Lauter... rhythmischer ... Irgendwie denke ich, ...na ja, wenn das Radan ist da auf dem Thron ...dann ist er bestimmt auch der Fürst....oder...? Dann heirate ich eben hier.... „

 

Aber es kam vollkommen anders.

Sie bekam noch einen Trank, der sie noch schwebender werden ließ. Dann wurde sie in ein Zimmer gebracht indem der Fürst auf sie wartete.

 

Es war aber nicht Radan

 

Sie erlebt ihre aufregendsten Stunden der Lust und völliger Hingabe.

 

Einerseits vollkommen berauscht von ihrem Erlebnis und andererseits wesentlich klarer im Kopf, führte sie der Fürst wieder zu dem Raum zurück, von dem sie zu ihm geführt wurde.

 

Die Szenerie war nun eine ganz andere.

Betrunkene Mönchskittel grölten.

Ein heilloses Durcheinander. „Nichts war mehr so wie vorher.“

 

Als die Männer jedoch den Fürsten sahen, wurde es still im Raum.

Alle nahmen ihre Plätze ein und summten wieder auf diese gleiche unheimliche Weise.

 

Der Fürst begleitete sie zu diesem Thron.

Da sah sie, dass dieser eher aussah wie ein Tisch.

 

Der Fürst wandte sich an Radan mit den Worten: „Du wirst es tun!“

„ Im selben Augenblick wusste ich was geschehen soll.

.. Eigentlich WAR es ja schon geschehen... Ich weiß sooo genau was jetzt geschieht... ich hab Angst ... Aber, oh Gott, es passiert doch erst. Sie sind wie wilde Tiere, ... ja, wilde, hässliche Fratzen.

Radan nimmt mich am Arm und drückt mich auf den Stein.

Ich spüre, er will es eigentlich nicht.

Seine Augen sind unheimlich...fürchterlich unheimlich...

Und von weit her höre ich: ...Wenn du zu uns gehören willst, musst du es tun

Außerdem kannst du nicht mehr zurück!

Das weißt du...!

Radan schwitzt und stinkt.

“Nein, ... nur das nicht, ... kein Messer!... Oh mein Gott, es wird schrecklich weh tun. ... Radan, was machst du?“

 

 

Ich will schreien...

Ich bringe keinen Ton hervor.... Ich zittere unglaublich am ganzen Körper.

So, jetzt tut er es. ... Schmerzen ... wahnsinnige Schmerzen...

 

Komisch – Nein, keine Schmerzen!

Nur das Wissen ich müsste doch Schmerzen haben...

Ich empfinde die Schmerzen ja gar nicht.

Es ist so eigenartig... ich sehe mich von oben ... ich glaub es nicht, er schlitzt mich auf, ... mit dem Messer, ... von unten nach oben. Ich sehe mich da liegen und ich blute.

Ich blute ganz furchtbar... Überall ist Blut. ...

Nur mein Gesicht, das ist, wenn ich mir das so ansehe, ganz ruhig... beinahe friedlich....

Oh, ich bin froh, dass es vorbei ist. ...

ich fühle mich so frei, ...

Wunderbar!!

Ich bin oben, ich kann einfach durch den Berg. ...

Jetzt gehe ich zu meiner Lieblingswiese. ..

Es geht! ... Ich bin frei!“

 

 

Ich sage ihr, dass sie sich ausruhen kann, auf ihrer Wiese. Nach einiger Zeit frage ich sie, ob sie denn die Zusammenhänge erkennen könne?

„ Ich habe es vorhin schon genau gespürt, der Radan ist mein Freund aus meinem heutigen Leben. Ich habe ihn sehr bald schon an den Augen erkannt.“

 

Ergebnis der Rückführung

 

Während und nach der Reinkarnation ist es wichtig die Zusammenhänge klar zu erkennen.

Das Aufarbeiten und die Aussöhnung sind wesentlicher Bestandteil der Therapie.

Der Klientin gelang es gut, Radan zu verzeihen, indem sie erkannte, dass diese Handlung nicht seiner eigentlichen Natur entsprach, sondern dass ihn äußere Umstände so handeln ließen.

Somit hat sie ihr Vertrauen nicht jemandem geschenkt der es nicht verdient hätte.

 

Wir dürfen hier nicht mit normalen moralischen oder anerzogenen Ansichten urteilen.

Vergesst nie dass hier mit dem Unbewussten umgegangen wird.

Wir alle haben in diesen Ebenen ganz andere Erkenntnisse.

Schuld und Sühne haben hier keinen Platz.

 

Auch ihr Freund im jetzigen Leben ließ sich immer mal wieder dazu hinreißen, die Beziehung über Trennungsdrohungen aufs Spiel zu setzen, wobei es ihm im Nachhinein sehr leid tat, und er eigentlich nie so genau wusste, warum er so über reagierte.

 

Die Blasenschmerzen konnte sie loslassen, indem sie jetzt weiß, was und wie es geschehen ist.

Als sie sich von oben betrachten konnte, war ihr klar geworden, dass sie diese Schmerzen nie aushalten musste.

Unbewusst dachte sie dass sie diese Schmerzen erlebt haben müsste und für irgendetwas bestraft werden würde.

Aber in der Rückführung sah sie dass bevor sie Schmerz empfand, sie bereits aus dem Körper aufgestiegen war.

 

Auch mit dem Fürsten versöhnte sie sich. In Ihm glaubte sie ihren Vater wieder zu erkennen.

Sie erkannte, dass er sie nicht brutal genommen hatte, sondern dass sie ganz im Gegenteil sehr viel Lust empfunden hat.

Auch im heutigen Leben kann sie ihrem Vater vergeben den sie als Kind immer sehr brutal und wenig liebevoll empfunden hat. Möglicherweise hat hier eine Übertragung stattgefunden.

 

Nach zwei Wochen kam sie zum Abschlussgespräch

Ich registrierte sofort, dass Ihre Stimme ruhiger geworden ist.

Ich frage sie, wie sie sich fühlt?

Sie sagt:

„Endlich klappt es. Ich fühle mich super wohl, und nach ein paar Tagen klangen die Blasenbeschwerden völlig ab. Ich kann das gar nicht glauben. Mit meinem Freund geht es viel besser. Der hat sich richtig gewundert. Tja, was soll ich sagen, cool halt...“

 

 

EIGENE ERKENNTNISSE

 

Die Frage, die sich nach einer solchen Sitzung fast aufdrängt ist: sind Erlebnisse derartiger Intensität tatsächlich einmal so gewesen?

Handelt es sich hierbei um ein früheres Leben? 

Oder muss  ich mich mit den Worten begnügen: „Völlig gleichgültig, woher diese Bilder kommen, die Hauptsache ist, dem Klient wird geholfen!“

 

Ich muss sagen, dies genügt mir nicht. Dennoch musste ich auch erkennen, dass es sehr viele Wahrheiten gibt.

 

Letztlich kann aber aus dem vorgestellten Beispiel die Klientin nur selbst erkennen, ob es ihr  Vorleben gewesen sein könnte - oder nicht.

 

Nach ihrer eigenen Aussage ist sie zutiefst davon überzeugt, dass dies eines ihrer früheren Leben war. Sie erklärte so eindringlich ihre sehr intensiv erlebten Bilder, als könne sie das alles selbst kaum glauben, und als gelte es mich zu überzeugen!

                       

 

Wenn man also tatsächlich davon ausgehen kann, dass der Klient von Erfahrungen aus früheren Leben geprägt und belastet ist, so scheint man mit der Reinkarnationstherapie eine zusätzliche Chance zu haben, die heutigen Probleme zu erkennen und aufzuarbeiten.

 

Heute ist vielen Menschen ja bekannt, dass wir als Mikrokosmos - Mensch auch Abbild des Makrokosmos - Welt sind und somit alle Bilder dieser Welt in uns tragen, sowohl aus der Vergangenheit, der Gegenwart und auch der Zukunft.

Bilder sind Seelennahrung ohne die unsere Seele verhungern würde.

Aber auch Krankheitsbilder sind Seelennahrung, sie wollen uns den heilen Weg zeigen, die innere Struktur und Weisheit wieder herstellen.

 

Wir können  unsere Einstellung zu uns selbst ganz einfach verändern, indem wir lernen neugierig Fragen zu stellen wie die Philosophen,

spannend zu analysieren wie die Wissenschaftler und dann erkennen wie sich unser ich - wirklich anfühlt, was wir wirklich wollen und wen oder was wir an unserem Leben teilhaben lassen wollen - und wen oder was nicht.

 

Eine andere Perspektive eben!

 

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© Edda Rotberg